Im Land der Maya und Azteken

Mexiko, Guatemala, Honduras

Nezahualcóyotl, Sohn des Ixtlilxochitl und der Matlacihuatzin?
Quetzalcóatl? Huitzilopochtli?
Waxaklahun Ubah K΄awil (im Volksmund auch "18-Kaninchen" genannt)?

Die eigene Sprachfertigkeit sinkt schlagartig auf frühkindliches Niveau – dazu das beunruhigende Gefühl, grundsätzliche Anforderungen für einen Aufenthalt in dieser Region nicht zu erfüllen.

Wer dieserart Unsicherheiten vermeiden will, dem sei zur Überprüfung seiner Eignung – vor Reiseantritt – folgender Selbsttest angeraten:

Kurzum: Ich kann mich einlassen auf Andersartigsein und bin bereit, Vorurteile über Bord zu werfen?
Nun dann, willkommen in Mittelamerika!

Wer nicht untergehen will in gedrängter Informationsflut zu fremdartigen Mythen, unaussprechlichen Gottheiten, Völkern aus präkolumbianischer Zeit, aber auch zur Kolonial- und Revolutionsgeschichte der lateinamerikanischen Länder, dem bleibt nicht erspart, sich vorab ein Grundwissen anzulesen. Hilfreiche Einstiege bieten z.B. APA Guide Mexiko (gut bebildert, auf Wesentliches beschränkt, allerdings wenig Hintergrundinformation), als Ergänzung vielleicht Gockel, Wolfgang: Mexiko. DuMont Buchverlag, Köln (textlastiger, Schwerpunkt: kulturelle, kunsthistorische Entwicklung, leider mit kleineren Ungenauigkeiten). Das beste Werk in deutscher Sprache jedoch: Grube, Nikolai (Hrsg.): Maya – Gottkönige im Regenwald. Könemann Verlag.

Unvermeidlich ist für alle Reisenden in Sachen Kultur – leider – der Moloch Mexiko City. Immerhin: Genießen Sie den Blick aus dem Flugzeugfenster beim minutenlangen Anflug auf den internationalen Flughafen Benito Juárez; Sie fliegen über die größte menschliche Siedlung der Erde. Die Schätzungen bewegen sich irgendwo um Marke von 25 Mio Einwohnern bei ungebrochener Wachstumsdynamik. Der ungeregelte Zuwachs von über 1000 Menschen/Tag führt jede Planung ad absurdum; die größten Elendsquartiere der Welt im Osten der Stadt geben Zeugnis davon.

Aber es gibt auch erfreulichere Superlative: Beispielsweise das beeindruckende Anthropologische Museum; unerschöpflich – jedoch: man sollte der Versuchung widerstehen, alles sehen zu müssen. Auch die Museumsverwaltung unterstützt dieses Vorgehen: überraschende Schließungen ganzer Abteilungen, jahrelange Renovierungen wichtiger Einzelstücke und größere Umgestaltungen sorgen für erfreuliche Abwechslung. Vielleicht schafft man es trotz allem, etwas Ordnung in all die Olm-/Mixt-/Zapot-/Huax-/Tolt-/Chichim-/Azt- und andere -eken zu bringen. Dann wäre schon viel erreicht.

Das eigentliche Stadtzentrum ist zu Fuß bestens zu erobern. Auch wenn es hin und wieder drangvoll eng wird! Wer unfreiwillige Entwicklungshilfe vermeiden will, trennt sich besser noch im Hotel von Geld und Wertsachen – bevor es andere tun. Nur für einen Café im Gran Hotel Ciudad de mexiko mit seiner faszinierenden Eingangshalle und Blick auf den Zócalo sollte man etwas Kleingeld bei sich haben.

Doch bleiben wir bei den Superlativen. Unverzichtbar

Die Bürgerrechtlerin Rigoberta Menchú , India vom Stamm der Quiché-Maya, erhielt 1992 den Friedensnobelpreis.


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